Blankbogen schießen
Der Blankbogen
Der Blankbogen besteht in der Regel wie ein olympischer Recurvebogen aus einem Mittelteil in dem oben und unten jeweils ein Wurfarm gesteckt wird. Pfeilauflage, Button und Sehne machen den Bogen komplett. Blankbögen haben keine Stabilisatoren, sondern Gewichte oder/und Dämpfer.
Im Aufbau des Blankbogens gilt als Grundsatz, dass der Bogen (ohne Sehne) durch einen Ring passen muss, der 12,2cm Durchmesser hat. Der Ring darf gekippt und geneigt werden, um über den Bogen zu passen. Gewichte und Dämpfer sind vor und hinter dem Mittelteil, oberhalb und unterhalb des Griffs erlaubt.
Als Mittelteile eignen sich insbesondere besonders Mittelteile, die zum Blank schießen designt sind. Hier zum Beispiel Mittelteile von Gillo, Spigarelli oder Stolid Bull. Grundsätzlich kann man jedoch mit jedem Recurve-Mitteilteil auch Blank schießen. Hoyt beispielsweise bietet für den Xceed sogar einen extra Gewichtssatz für blank schießen an.
Ein Blankbogen benötigt in der Regel zumindest ein Gewicht unterhalb des Griffs vorn, dass der Bogen oben nicht Richtung Kopf des Schützen kippt. Wenn Blankbögen richtig ausgewogen getuned sind, bleiben sie nach dem Abschuss gerade stehen, ohne zu kippen.
Blankbogen schiessen
Ich bin mir sicher, dass fast jeder Bogenschießen erlernen kann, jedoch ist nicht für jeden jede Bogenart geeignet.
Wenn die Entscheidung gefallen ist einen Blankbogen zu schießen oder gar seinen olympisch Recurve-Bogen umzustellen sollte als erstes eine entsprechende Grundeinstellung am Bogen vorgenommen werden. Zunächst wird der Tiller auf null eingestellt. Die eingesetzte Pfeilauflage sollte eine robuste Ausführung sein (z.B. Spigarelli ZT) oder noch besser eine magnetische Pfeilauflage zum Einsatz kommen (z.B. Zniper oder Gabriel). Ggf. bereits eingesetzte Olympisch Recurve-Pfeilauflagen (z.B Shibuya) sollten gegen entsprechende vorgenannte Pfeilauflagen ersetzt werden, da durch das Abgreifen beim Blank schließen höhere Kräfte auf die Pfeilauflage wirken. Die "normalen" Pfeilauflagen halten dieser Belastung oft nicht Stand. Lassen Sie sich bei diesen Einstellungen ggf. von jemandem helfen, der sich damit auskennt.
An der Sehne werden zwei Nockpunkte gesetzt, zwischen denen der Pfeil "eingenockt" wird. Der Pfeil hält alleine auf der Sehne. Die Sehne wird mit drei Fingern gezogen, dabei werden die Finger mit einem Tab geschützt. Einige wenige Blankschützen nutzen auch einen Schießhandschuh. Blank-Tabs zeichnen sich durch ein durchgehendes Leder und Markierungen, z.B. Nähte, zum Abzählen des Abgriffs aus.
Bei einem Blankbogen ist kein Visier erlaubt, Blankschützen zielen in der Regel über die Pfeilspitze. Die Seiteneinstellung erfolgt über den Sehnenschatten, die Höhe im Wesentlichen durch zwei Arten des Abgriffs an der Sehne:
Erstens: Mediterran greifen und anhalten. Es wird also in der Regel in den unteren Bereich der Scheibe gezielt.
Die meisten Blankschützen entscheiden sich aber für die zweite Variante, dem String-Walking. Man greift ab, heißt der Tab wird am Pfeil angelegt, dann wird an Markierungen (z.B. Nähten) am Tab nach unten gezählt und der Tab an diese Position verschoben. Je höher man greift, desto höher / weiter fliegt der Pfeil.
Eine weitere Möglichkeit ist das sog. Facewalking. Man greift direkt am Pfeil und ändert die Ankerposition im Gesicht. Diese Methode spielt jedoch in der Praxis keine Rolle.
Blankschützen sind frei in der Auswahl ihrer Ankerposition. Jedoch gibt es insbesondere folgende gebräuchliche Ankerpositionen:
1. Unter dem Jochbein
2. Mit einem der Finger am Mundwinkel
3. Unter dem Unterkieferknochen (ähnlich wie ein olympisch Recurve-Schütze)
4. Am Unterkieferknochen, so dass der hintere Unterkiefer im Raum zwischen Daumen und Zeigefinger liegt.
Elementar wichtig beim Blank schießen ist, dass der Blankschütze sauber in die Kraftlinie kommt. Dies verhindert das sog. creeping, also das der Schütze durch den Bogen zusammengezogen wird.
Aus der Halteposition heraus wird zunächst gezielt. Im Ziel bzw. Halteraum angekommen expandiert der Blankschütze, durch Muskelanspannung ohne nennenswerte Bewegung. In dieser steigenden Anspannung wird gelöst. Im Vergleich zum Schussablauf mit dem olympisch Recurve Bogen wird die Bewegung im linken und rechten Arm deutlich geringer gehalten.
Der Blankschütze im WA-Wettbewerb:
Im Freien: 72 Pfeile auf 50m mit 122cm Auflage
In der Halle: 60 Pfeile auf 18m mit 40cm Auflage
Warum Blank schießen?
Was macht den Blankbogen für mich so interessant?
Mein Bogen und ich, sonst nichts, keine besonderen Hilfsmittel. Den Körper fühlen und beherrschen, den Bogen spüren, die Kraft und das Zielbild, den Schuss genießen.